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    Wir haben es endlich abgeschaltet: Die leise, chaotische und emotionale Trennung zwischen Unternehmen und VMware

    18. März 2026
    5 Min. Lesezeit

    „Wir haben es endlich abgeschaltet": Die leise, chaotische und emotionale Trennung zwischen Unternehmen und VMware

    Der Wendepunkt, den niemand kommen sah

    Anfangs dachte er sich nicht viel dabei. Nur eine weitere Migrationsaufgabe, ein weiteres Wochenendprojekt. Aber als er diesen letzten ESXi-Host herunterfuhr, fühlte es sich anders an. Jahre der Gewohnheit, nächtliche Reparaturen und Handgriffe im Schlaf – verschwunden mit einem stillen Shutdown. Keine große Ankündigung, nur ein schlichter „Fertig"-Moment, der schwerer wog als erwartet.

    Was ihn dorthin trieb, war keine einzelne Katastrophe. Es war der langsame Zermürbungsprozess. Steigende Kosten. Sich verändernde Lizenzierung. Gespräche, die einen anderen Ton annahmen. Sein Team steckte, wie viele andere, bis 2029 in Verträgen fest – nicht weil sie sich sicher fühlten, sondern weil sie Zeit brauchten, um herauszufinden, was als Nächstes kommt.

    „Es ist kein Exodus, es ist ein Warteschleife"

    Er würde es keinen Exodus nennen. Das Wort klingt zu klar, zu entschlossen. Was er stattdessen sieht, ist Zögern. Teams, die bleiben, aber mit einem Fuß schon draußen.

    Sie halten an dem fest, was sie kennen – vSphere, ESXi – weil es noch funktioniert. Weil es schmerzhaft wäre, es herauszureißen. Weil niemand der Geschäftsführung erklären will, warum plötzlich alles riskanter wird, mitten in einer Umstellung.

    „Wir prüfen Alternativen, wenn wir dazu gezwungen sind", sagte jemand, und dieser Satz hallt weiter nach. Es ist keine Loyalität. Es ist Timing.

    Eine andere Stimme widerspricht und sagt, die Leute würden überreagieren. VMware liefere immer noch Stabilität, erledige immer noch seinen Job. Aber selbst diese Verteidigung klingt müde, als käme sie von jemandem, der weiß, dass sich der Boden trotzdem verschiebt.

    Die Kosten, die alles veränderten

    Der Moment, in dem es für ihn Klick machte, war nicht technisch. Er war finanziell. Eine Erhöhung um 50 % ist nicht nur eine Zahl, sie ist ein Signal.

    Ein Kommentar blieb ihm mehr im Gedächtnis als alles andere: „Wenn der Schulhof-Tyrann nur die Hälfte deines Taschengelds nimmt statt allem, bist du nicht dankbar. Du wurdest trotzdem bestohlen."

    Das ist die Stimmung gerade jetzt. Keine Panik, kein Chaos, nur Frust, der unter der Oberfläche brodelt.

    Trotzdem stimmt nicht jeder dieser Sichtweise zu. Manche argumentieren, das sei einfach Unternehmensrealität. Man zahlt für Zuverlässigkeit. Man zahlt für Reife. Und VMware liefert, bei allen Problemen, beides immer noch.

    Aber der Gegeneinwand ist schärfer: Zuverlässigkeit bedeutet nicht viel, wenn Kunden sich gefangen fühlen.

    Weggehen ist keine Freiheit, es ist Arbeit

    Er beobachtete, wie andere den Sprung schon vor ihm wagten. Und es sah nicht leicht aus.

    Ein Ingenieur beschrieb, wie er 25 VMs an einem Wochenende umgezogen hat – Tools deinstallieren, Netzwerkadapter reparieren, Backups wiederherstellen, Lizenzprobleme hinterherjagen. Es hat funktioniert, klang aber erschöpfend. Eine Art kontrolliertes Chaos, bei dem im falschen Moment alles hätte kippen können.

    Dann gibt es die Horrorgeschichten. Support, der ins Leere läuft. Bugs, die keinen Sinn ergeben. Systeme, die auf Arten ausfallen, die niemand erklären kann. „Ich würde alles auf VMware laufen lassen, wenn ich könnte", gab jemand zu, sogar nachdem er gegangen war.

    Und irgendwo dazwischen testen Leute Alternativen wie Proxmox. Nicht perfekt. Nicht so ausgereift. Aber vielleicht gut genug. Dieses „gut genug" beginnt, mehr zu zählen als früher.

    Sicherheit vs. Realität: Die Debatte, die nicht verschwindet

    Er hat auch beobachtet, wie sich die Spannung rund um Sicherheit verschärft.

    Manche Teams strecken ältere Systeme länger als sie sollten, nehmen das Risiko in Kauf, nur um teure Upgrades zu vermeiden. Ein Ansatz ist fast prozedural: das Risiko dokumentieren, eine Freigabe einholen, weitermachen. Auf dem Papier sauber, in der Realität chaotisch.

    Andere lehnen dieses Spiel ab. Für sie ist der Betrieb unsupporteter Infrastruktur keine Option. „Ich halte meine Umgebung lieber gepatcht und abgesichert", sagte jemand und zog eine harte Grenze.

    Es gibt sogar eine schärfere Sichtweise: Unternehmen, die bei der Infrastruktur Abstriche machen, machen üblicherweise überall Abstriche. Gehalt, Kultur, Stabilität – alles hängt zusammen.

    Und genau dort hört das auf, nur eine Tech-Entscheidung zu sein.

    Das ist kein Ausstieg, es ist ein unangenehmer Übergang

    Er glaubt nicht, dass diese Geschichte ein sauberes Ende hat.

    Manche Teams werden gehen. Manche werden bleiben. Die meisten werden dazwischen schweben, Zeitpläne strecken, Optionen testen, auf den richtigen Moment warten.

    Klar ist der emotionale Wandel. VMware ist nicht mehr der Standard. Es ist ein Fragezeichen. Eine Kalkulation.

    Und dieser stille Moment, wenn der letzte Server heruntergefahren wird, wird immer weniger selten. Nicht weil alle bereit sind, sondern weil sie irgendwann keine Wahl mehr haben werden.