Mr.PlanB Logo

    Newsletter

    Newsletter abonnieren

    Neue Infrastruktur-Guides, Vergleichsberichte und Migrationshinweise direkt ins Postfach.

    Infrastruktur-Notizen, Guides und neue Tools. Jederzeit abbestellbar.

    Zurück zum Blog
    Veeam
    Support
    Preisgestaltung
    Kundenerfahrung

    „Wir haben nach einem Preis gefragt … und stattdessen Stille bekommen“: Wie Support-Verzögerungen Kunden vertreiben

    2. April 2026
    6 Min. Lesezeit

    Die einfache Frage, die irgendwie Monate dauert

    Es beginnt mit etwas, das eigentlich einfach sein sollte. Eine kleine gemeinnützige Organisation plant voraus, will alles ordentlich machen und stellt eine schlichte Frage: Was kostet der Wechsel von Socket-Lizenzierung zu VUL? Kein komplexes Deployment, kein technischer Tiefgang, nur ein Preis.

    Trotzdem vergehen Wochen, dann Monate. Rückfragen kommen rein, etwa „Wie viele Agenten?", und die Antworten gehen schnell raus. Danach herrscht Stille, ohne Angebot, ohne Follow-up, ohne Abschluss. Irgendwann fühlt sich das nicht mehr wie eine Verzögerung an, sondern wie eine Sackgasse.

    Die Uhr, die nicht aufhört zu ticken

    Stressig ist an dieser Situation nicht allein die fehlende Antwort, sondern die Deadline, die im Hintergrund lauert. Bis zur Verlängerung bleiben noch etwa 30 Tage. Die Budgets sind knapp, Entscheidungen müssen fallen, und ohne Preis lässt sich nichts planen.

    So wird aus einer kleinen Unannehmlichkeit ein ernstes Problem. Hier fragt niemand aus Neugier, hier geht es um operative Notwendigkeit, und jeder Tag ohne Antwort bringt die Organisation näher an eine Entscheidung im Blindflug.

    Das wachsende Gefühl: „Vielleicht zählen wir einfach nicht"

    Ein Satz in der Diskussion trifft härter als alles Technische: „Ich verstehe, dass wir im Vergleich zu Enterprises klein sind …"

    Genau dort kippt der Ton. Sobald dieser Gedanke im Gespräch ist, ergibt alles andere eine Logik, die sich kaum ignorieren lässt. Vielleicht sind die Verzögerungen kein Zufall, sondern strukturell. Vielleicht bekommen kleinere Kunden schlicht nicht dieselbe Aufmerksamkeit.

    Niemand sagt es direkt, aber die Erfahrung legt es nahe. Und dort wird aus Frustration etwas Dauerhafteres, nämlich Zweifel.

    Der Rat, der wie ein Umweg klingt

    Als sich die Community einschaltet, ist der häufigste Vorschlag kein Fix, sondern ein Umweg: „Sucht euch einen Reseller."

    Das ist praktischer Rat. Reseller können in vielen Fällen schneller handeln, klarere Preise liefern und manchmal sogar bessere Deals anbieten. Es wirft aber eine unbequeme Frage auf, nämlich warum das überhaupt nötig ist. Wenn man den Hauptkanal umgehen muss, um ein Angebot zu bekommen, funktioniert im System etwas nicht.

    Die Zahlen, die aus dem Nichts auftauchen

    Dann, fast ironisch, kommt die Klarheit, hinter der der Nutzer wochenlang her war, nicht vom offiziellen Support, sondern von einem anderen Nutzer: „1.800 $ = 10 Instanzen."

    Einfach so steht eine konkrete Zahl im Gespräch. Sie ist nicht maßgeschneidert und nicht offiziell, aber nützlicher als wochenlange Stille. Dieser Kontrast zeigt die Lücke zwischen dem, was Kunden brauchen, also klare und rechtzeitige Informationen, und dem, was sie tatsächlich bekommen.

    Die Preisangst unter der Oberfläche

    Selbst mit dieser Zahl im Raum verschwindet die Unsicherheit nicht: „Wenn es auch nur annähernd in der Nähe dieser Preisgestaltung liegt … wird nicht verlängert."

    Dieser Satz zeigt die eigentliche Spannung. Neben dem Angebot selbst steht die Frage, ob es am Ende akzeptabel ist. Für kleine Organisationen, gerade gemeinnützige, ist der Preis nicht flexibel. Es gibt keinen Spielraum für Überraschungen, und ohne Transparenz wirkt jede Unbekannte wie ein möglicher Dealbreaker.

    Die Stimme von innen

    Irgendwann meldet sich jemand aus dem Ökosystem und bietet Hilfe an, fragt nach Details, um intern zu eskalieren. Ein anderer ergänzt Kontext: Der Wechsel von Socket zu VUL sollte bekannten Preisstrukturen folgen, die oft an die Kosten der Wartungsverlängerung gekoppelt sind.

    Diese Antworten helfen und zeigen, dass das Wissen existiert und Lösungen möglich sind. Sie machen aber auch die Lücke deutlich. Wenn diese Information bekannt ist, warum kommen Kunden über die normalen Kanäle so schwer daran?

    Drei Perspektiven auf denselben Zusammenbruch

    Auffällig ist, wie unterschiedlich die Leute diese Situation deuten.

    Eine Gruppe sieht ein Prozessproblem. Irgendetwas ist intern verloren gegangen, und wer den richtigen Weg über Reseller oder Eskalation geht, bekommt es gelöst.

    Eine andere sieht ein Priorisierungsproblem. Kleinere Kunden erhalten nicht dieselbe Aufmerksamkeit, und das hier ist das Ergebnis.

    Dann gibt es die dritte Perspektive, die in der Praxis am schwersten wiegt: „Das gibt mir überhaupt kein Vertrauen in den Kundenservice." Damit ist man weg von der Preisgestaltung und beim Vertrauen.

    Die wahren Kosten der Stille

    Es liegt nahe, das größte Risiko in der verlorenen Verlängerung zu sehen. Größer ist aber, was passiert, bevor diese Entscheidung überhaupt fällt.

    Kunden, die sich ignoriert fühlen, warten nicht einfach, sie schauen sich woanders um. Nicht weil sie wechseln wollen, sondern weil sie das Gefühl haben, wechseln zu müssen. Und wenn dieser Prozess einmal läuft, dreht man ihn schwer zurück.

    Der Wendepunkt

    Ein dramatisches Ende gibt es hier nicht und keine endgültige Lösung, nur eine Erkenntnis, die wächst: Wenn schon ein einfaches Angebot Monate dauert, was passiert dann, wenn etwas wirklich Kritisches schiefgeht?

    Diese Frage bleibt hängen. Denn am Ende geht es weniger um Lizenzmodelle oder Preisstufen als darum, ob das System aus Support, Vertrieb und Kommunikation funktioniert, wenn man es tatsächlich braucht. Tut es das nicht, driften selbst treue Kunden ab.