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    Redundantes DNS zu Hause? So liefert dieses Setup VPN, Privatsphäre und Seelenfrieden

    17. November 2025
    6 Min. Lesezeit

    Wenn Sie an Ihrem Heimnetzwerk herumbasteln und sich fragen, ob sich ein robustes DNS-Setup lohnt — die Antwort lautet: ja … und es kann auch richtig Spaß machen. Ein Nutzer hat kürzlich seinen umfassenden Heimnetzwerk-Aufbau rund um Redundanz, Privatsphäre und VPN-Integration geteilt. Ich bin durchgegangen, was er gemacht hat und was Sie daraus mitnehmen können — egal, ob Sie ein Hardcore-Homelab-Enthusiast sind oder einfach nur Ihr DNS robuster machen wollen.

    So sieht das Setup aus

    Beginnen wir mit einem kurzen Überblick über die Architektur. Der Nutzer hat:

    Einen Router (in diesem Fall einen Ubiquiti), der als primäre DNS-Front für alle Clients fungiert.

    Zwei (oder mehr) Server, auf denen Pi-hole + Unbound auf Small-Form-Factor-Hardware (Raspberry Pis) laufen. Einer ist „aktiv", einer ist „Standby".

    DNS auf rekursiv gestellt (über Unbound), das heißt, die Server wenden sich direkt an die Root-DNS-Server, statt sich rein auf Upstream-Resolver zu verlassen.

    Eine schwebende (virtuelle) IP über Keepalived, sodass bei Ausfall eines Servers der andere automatisch übernimmt.

    Der gesamte Heimtraffic wird über ein VPN geroutet (in diesem Fall über ProtonVPN), sodass selbst diese Root-DNS-Abfragen vor dem ISP anonymisiert werden.

    Kein Caching auf Pi-hole-Ebene — man verlässt sich vollständig auf Unbounds Cache-Warming und Rekursion.

    Lokale DNS-Einträge werden weiterhin verwaltet (über den Router und lokales DNS), damit interne Geräte auch dann erreichbar bleiben, wenn der DNS-Cluster mal spinnt.

    Das ist im Grunde ein Mini-DNS-Stack auf Enterprise-Niveau, mitten im eigenen Zuhause. Überraschend erreichbar.

    Warum das zu Hause machen?

    Sie fragen sich vielleicht: Ist das nicht Overkill für ein Heimnetzwerk? Faire Frage. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie wichtig Ihnen Zuverlässigkeit, Privatsphäre und Kontrolle sind. Hier die wichtigsten Vorteile:

    Zuverlässigkeit/Redundanz

    Wenn Ihr DNS ausfällt, funktioniert nichts mehr. Es als geschäftskritischen Teil Ihrer Infrastruktur zu behandeln (so wie Sie es auch in einem kleinen Unternehmen tun würden), ergibt durchaus Sinn, wenn Sie Geräte im Remote-Einsatz oder wichtige Heimdienste haben. Mit Keepalived + Pi-hole übernimmt bei Ausfall eines Knotens der andere nahtlos.

    Privatsphäre & Vertrauen

    Indem Sie Unbound rekursiv betreiben, verringern Sie die Abhängigkeit von DNS-Resolvern Dritter und umgehen einige der „Upstream"-Tracking-Probleme. Der Kniff des Nutzers — den gesamten DNS-Traffic durch das VPN zu routen — fügt eine weitere Schicht hinzu, sodass selbst Root-Server-Abfragen nicht gegenüber dem ISP offengelegt werden.

    Kontrolle & Einblicke

    Sie erhalten volle Transparenz darüber, was Geräte auflösen, blockieren Werbung und Tracker (über Pi-hole) und pflegen eigene lokale DNS-Einträge (für Homelab-Geräte). Wenn Sie ohnehin schon ein Lab betreiben oder Workloads migrieren (was Sie ja tun), gibt Ihnen das eine engmaschige Kontrolle über das DNS-Verhalten.

    Zukunftssicherheit

    Je mehr Geräte dazukommen (IoT, Remote-Mitarbeiter, Kubernetes-Cluster, Backups), desto mehr wollen Sie ein DNS, das einfach funktioniert. Ein DNS-Fallback-System macht Ihr Heimnetzwerk robuster.

    Die Mechanik: Wie es funktioniert

    Schlüsseln wir das „Wie" mal in einfachen Worten auf.

    Unbound als rekursiver Resolver

    Statt Pi-hole auf einen Upstream wie Google oder Cloudflare zeigen zu lassen, fragt Unbound stellvertretend für Ihr Netzwerk direkt die Root-Server ab. Das bedeutet, Sie sind weniger von einem externen Anbieter abhängig und verbessern Privatsphäre und Performance. Viele Tutorials zeigen, wie man Unbound dafür konfiguriert.

    Pi-hole als DNS-Filter + Statistik-Engine

    Pi-hole übernimmt das Blockieren unerwünschter Domains (Werbung, Tracker) und dient als DNS-Einstiegspunkt Ihres Netzwerks. In diesem Setup übernimmt es kaum Caching — das bleibt Unbound überlassen —, was die Architektur sauber hält.

    Keepalived + virtuelle IP für Failover

    Beide Pi-hole/Unbound-Knoten teilen sich eine virtuelle IP-Adresse im lokalen Netzwerk. Der Router gibt diese virtuelle IP als DNS-Server aus. Fällt der Master-Knoten aus oder ist er nicht erreichbar, verschiebt Keepalived die virtuelle IP automatisch auf den sekundären Knoten. Clients merken davon nichts — sie erreichen weiterhin dieselbe IP.

    VPN-Routing für mehr Privatsphäre

    Der gesamte DNS-Traffic (und in diesem Fall der gesamte Heimnetzwerk-Traffic) wird über einen VPN-Dienst geroutet. Das heißt, wenn Unbound Root-Server kontaktiert, geschieht das durch den verschlüsselten Tunnel — Ihr ISP kann weder passiv mitlesen noch eingreifen.

    Lokale DNS-Einträge & Fallback-Pfad

    Der Router selbst verwaltet die lokalen DNS-Einträge (sodass Sie zum Beispiel nas.home oder k8s.lab erreichen können) und fungiert als Ausfallsicherung: Fällt der DNS-Cluster komplett aus, haben Sie zumindest intern noch eine grundlegende Namensauflösung.

    Worauf Sie achten sollten (und wie Sie es stabil halten)

    Das gut umzusetzen bedeutet, sich der Kompromisse und Fallstricke bewusst zu sein. Hier ein paar Überlegungen:

    Hardware & Strom: Auch wenn kleine Hardware (wie ein Raspberry Pi) funktioniert, brauchen Sie zuverlässige Stromversorgung, Netzwerkanbindung und Kühlung.

    Abhängigkeit von einem einzelnen Router: Selbst mit zwei DNS-Knoten leiden Ihre Clients, wenn der Router ausfällt. Der Nutzer gab zu: „Ja, mein Router ist ein Single Point of Failure".

    Failover-Tests/Wartung: Es ist wichtig, das Failover zu testen (bei einem Knoten den Stecker ziehen und schauen, ob der andere die virtuelle IP übernimmt). Mehrere Nutzer wiesen auf Fallstricke im realen Failover-Verhalten hin.

    Timing von Sync-/Config-Updates: Wenn Sie mehrere Pi-hole-Instanzen betreiben, sollten Sie deren Blocklisten/Konfigurationen synchron halten. Tools wie Nebula-Sync (oder ältere wie Gravity-Sync) helfen dabei.

    Komplexität vs. Nutzen: Für ein typisches Zuhause mit wenigen Geräten reicht eine einzelne Pi-hole-Instanz mit Standard-Upstream vermutlich aus. Aber wenn Sie Remote-Mitarbeiter, selbst gehostete Dienste oder Labs haben, zahlt sich der Mehraufwand aus.

    Security-Hygiene: Wenn Sie mehr Infrastruktur exponieren (VPN, DNS, selbst gehostete Dienste), sollten Sie sicherstellen, dass der Zugriff abgesichert ist, die Software aktuell gehalten wird und Logs überwacht werden.

    Wie Sie das für Ihr Szenario bei Catalogic anpassen könnten

    Da Sie im Bereich Backup/Migration + Kubernetes arbeiten und KI-/ChatGPT-Content erstellen, legen Sie vermutlich schon Wert auf Zuverlässigkeit und Kontrolle. So könnten Sie diesen DNS-Stack in Ihrem Kontext einsetzen:

    Für Homeoffice + Remote-Entwicklungsarbeit: Nutzen Sie das redundante DNS-Setup für das Heimnetzwerk Ihres Teams, damit ein Knotenausfall niemanden aus der Bahn wirft.

    Für Lab-Infrastruktur: Wenn Sie zu Hause Kubernetes-Cluster hochziehen oder Backup-/Migrations-Workflows testen, ist lokale DNS-Auflösung + Transparenz ein großes Plus.

    Für Content-Erstellung: Sie könnten schreiben oder zeigen, wie Ihr DNS-Stack Privatsphäre, Zuverlässigkeit bei Remote-Arbeit und Hybrid-Cloud-/Homelab-Konfigurationen unterstützt — starker Content für Ihr KI-/ChatGPT-Publikum.

    Auswirkungen aufs Backup: Wenn Sie Kunden bei Backup/Migration unterstützen, könnten Sie hervorheben, wie DNS-Resilienz ein fundamentaler Bestandteil moderner Infrastruktur ist (selbst zu Hause) und wie sie sich bis auf Enterprise-Niveau skalieren lässt.

    Schlusswort

    Seien wir ehrlich — dieses Setup ist nicht für jeden. Wenn Sie nur eine Handvoll Geräte haben und sich nicht an DNS-Ausfällen stören, kommen Sie auch mit einem einfachen Setup gut zurecht. Aber wenn es Ihnen wichtig ist — wenn Sie Dienste hosten, remote arbeiten, Wert auf Privatsphäre legen und keine „es ist einfach offline gegangen"-Überraschungen wollen —, dann lohnt sich die Investition in redundantes DNS.

    Und als Bonus: Es ist ein cooles Projekt. Sie lernen etwas über Rekursion, Failover, VPN-Routing und bekommen tiefe Einblicke, wie DNS im Hintergrund alles im Internet trägt. Für alle, die gerne basteln (und das tun Sie!), ist das sehr befriedigend.