
Pi-hole vs. AdGuard Home auf Proxmox: Welcher DNS-Blocker ist besser?
Pi-hole und AdGuard Home blockieren Werbung, Tracking und unerwünschte Domains im gesamten Netzwerk. Sobald Clients den Dienst als DNS-Resolver nutzen, greift die Filterung auf Computern, Smartphones, Fernsehern, Spielekonsolen und smarten Geräten, ohne dass Sie auf jedem Gerät eigene Blocking-Software installieren müssen.
Beide laufen gut auf Proxmox und brauchen sehr wenige Ressourcen. Pi-hole hat die größere Community, umfangreiche Dokumentation und eine vertraute Oberfläche. AdGuard Home bringt schon in der Standardinstallation mehr Funktionen für DNS-Privatsphäre und Client-Steuerung mit.
Wenn Sie bewährte Netzwerkfilterung mit einer großen Support-Community wollen, ist Pi-hole oft die einfachere Wahl. Wenn Sie verschlüsseltes DNS, flexible Client-Richtlinien und mehr DNS-Funktionen in einer Anwendung wollen, liegt AdGuard Home meist vorn.
Wie funktionieren DNS-Blocker?
Öffnet ein Gerät eine Website oder Anwendung, sendet es normalerweise eine DNS-Anfrage, um einen Domainnamen in eine IP-Adresse zu übersetzen. Pi-hole oder AdGuard Home empfängt diese Anfrage, bevor sie einen externen DNS-Anbieter erreicht. Steht die angefragte Domain auf einer Blockliste, verhindert der DNS-Server, dass sich das Gerät damit verbindet. Ist die Domain erlaubt, beantwortet er die Anfrage aus dem lokalen Cache oder leitet sie an einen vorgelagerten DNS-Dienst weiter.
Pi-hole beschreibt sich selbst als DNS-Sinkhole, das Netzwerkgeräte vor unerwünschten Inhalten schützt, ohne Client-Software zu benötigen. AdGuard Home geht grundsätzlich genauso vor und leitet Werbe- und Tracking-Domains auf ein blockiertes Ziel um.
Jede Werbung entfernt DNS-Filterung allerdings nicht. Sie funktioniert am besten, wenn Werbung und Tracking über eigene Domains laufen. Inhalte, die von derselben Domain kommen wie die Anwendung oder das Video selbst, blockiert sie unter Umständen nicht.
Welches hat die bessere Oberfläche?
Beide werden über eine Weboberfläche verwaltet, stellen aber unterschiedliche Informationen in den Vordergrund.
Pi-hole ist bekannt für sein Dashboard, das Abfrageprotokoll und die übersichtliche Darstellung blockierter Anfragen. Es zeigt unter anderem Gesamtabfragen, blockierte Abfragen, aktive Clients sowie häufig angefragte und häufig blockierte Domains.
Langfristige Abfragedaten speichert Pi-hole in einer SQLite-Datenbank. Über Datenschutzstufen können Administratoren Domains, Clients oder fast alle Abfragedetails aus dem Reporting ausblenden.
AdGuard Home hat ein ähnlich zugängliches Dashboard mit Abfragestatistiken, Client-Aktivität, Filterergebnissen und Upstream-DNS-Performance. In seiner Oberfläche stecken mehr DNS-Einstellungen direkt in der Anwendung, darunter verschlüsselte Upstreams, Client-Einstellungen und Kindersicherung.
Wer vor allem verstehen will, welche Domains angefragt und blockiert werden, findet Pi-hole wahrscheinlich übersichtlicher. Wer Filterung, DNS-Privatsphäre und Client-Verhalten an einer Stelle konfigurieren möchte, wird AdGuard Home eher als vollständiger empfinden.
Welches bietet die bessere Blockierungskontrolle?
Beide unterstützen eigene Blocklisten, Allowlists und individuelle Domain-Regeln.
Pi-hole kann Clients und Domains Gruppen zuordnen, sodass ein Administrator unterschiedlichen Geräten unterschiedliche Filterrichtlinien geben kann. Der Fernseher, das Tablet eines Kindes und ein Arbeitscomputer brauchen nicht dieselben Blockierregeln.
Dazu kommen Regeln mit regulären Ausdrücken, die Domain-Muster abgleichen. Sie sind mächtig, aber ein zu breit gefasster Ausdruck blockiert schnell versehentlich legitime Dienste.
AdGuard Home regelt clientspezifische Einstellungen über sein Client-Management. Administratoren identifizieren Clients über IP-Adresse, Subnetz oder unterstützte verschlüsselte DNS-Kennungen, und jeder Client kann eigene Filter-, Kindersicherungs- und Safe-Search-Einstellungen bekommen.
Außerdem hat AdGuard Home eingebaute Optionen, um bekannte Malware- oder Phishing-Domains zu blockieren, Safe Search zu erzwingen und Inhalte für Erwachsene einzuschränken. Mit Pi-hole kommen Sie über passende Listen und Regeln zu ähnlichen Ergebnissen, müssen diese aber stärker von Hand auswählen.
Direkt nach der Installation hat AdGuard Home also mehr Richtlinienkontrollen. Pi-hole liefert eine flexible Basis und ein großes Ökosystem an Listen, die von der Community gepflegt werden.
Welches ist besser für verschlüsseltes DNS?
Hier hat AdGuard Home die stärkere eingebaute Unterstützung. Es kann verschlüsselte Upstream-Resolver nutzen und unterstützt DNS over HTTPS, DNS over TLS, DNS over QUIC und DNSCrypt. Kompatiblen Clients kann es auch selbst als verschlüsselter DNS-Server dienen. Dafür braucht es passende Zertifikate und eine sorgfältige Netzwerkkonfiguration, sobald der Server außerhalb des lokalen Netzwerks erreichbar ist.
Pi-hole leitet Anfragen normalerweise an gewöhnliche Upstream-DNS-Server weiter. Es beherrscht DNSSEC-Validierung und lässt sich mit weiteren Tools kombinieren, wenn verschlüsselte Weiterleitung oder rekursive Auflösung gebraucht wird.
Ein verbreitetes Pi-hole-Design setzt Unbound als lokalen rekursiven Resolver ein. Statt jede nicht blockierte Anfrage an einen einzigen öffentlichen DNS-Anbieter zu schicken, fragt Unbound die DNS-Hierarchie selbst ab und gibt das Ergebnis an Pi-hole zurück. Das bringt mehr Kontrolle und einen weiteren Dienst, den Sie warten müssen. Soll verschlüsseltes DNS ohne separaten Resolver oder Proxy funktionieren, ist AdGuard Home einfacher.
Welches bietet das bessere DHCP?
Pi-hole und AdGuard Home haben beide einen DHCP-Server an Bord. Ein DHCP-Server verteilt Netzwerkeinstellungen wie IP-Adressen, Gateways und DNS-Server an die Clients. DHCP über den Filterserver laufen zu lassen, hilft dann, wenn der vorhandene Router es nicht erlaubt, eine eigene DNS-Adresse zu verteilen.
Die Pi-hole-Dokumentation empfiehlt, DHCP am Router abzuschalten, bevor Sie den eigenen Server aktivieren. Laufen zwei DHCP-Server im selben Netzwerk, bekommen Clients womöglich widersprüchliche Einstellungen.
Auch AdGuard Home braucht eine statische Adresse, wenn es DHCP bereitstellt. Standardmäßig trägt es sich selbst als DNS-Server für die Clients ein, die seine Leases erhalten.
Für gewöhnliches DHCP zu Hause oder in kleinen Unternehmen reichen beide. In komplexeren Netzwerken ist eine dedizierte Firewall wie OPNsense aber womöglich der bessere Ort für DHCP, weil sie VLANs, Gateways und Firewall-Zonen ohnehin kennt. Pi-hole oder AdGuard Home übernimmt in diesem Aufbau die DNS-Filterung, und OPNsense verwaltet weiter die Adressen.
Welches ist einfacher auf Proxmox zu installieren?
Am saubersten ist meist ein kleiner, unprivilegierter LXC-Container mit statischer IP-Adresse. LXC ist die System-Container-Technik von Proxmox. Ein DNS-Filterdienst braucht normalerweise keine vollständige virtuelle Maschine, weil er kaum Rechenleistung oder Arbeitsspeicher verbraucht.
Pi-hole unterstützt offiziell gepflegte Releases von Debian, Ubuntu, Alpine und mehreren anderen Linux-Distributionen, ein Debian-LXC-Container ist also eine unkomplizierte Grundlage für eine native Installation. Es gibt einen automatischen Installer, den Administratoren bei Bedarf aber auch prüfen und von Hand durchgehen können.
AdGuard Home kommt als eigenständige Binärdatei für mehrere Plattformen. Sie wird entpackt und als Systemdienst registriert, was die Installation in einem minimalen Linux-Container besonders einfach macht.
Beide lassen sich auch mit Docker betreiben. Wenn Docker Ihre bevorzugte Methode ist, empfiehlt Proxmox, Anwendungscontainer in einer QEMU-VM auszuführen, statt sie direkt in LXC zu verschachteln. Für einen einzelnen DNS-Dienst bringt Docker aber wenig. Eine native Installation im LXC ist normalerweise schlanker und leichter zu debuggen.
Welches ist einfacher zu warten?
Pi-hole hat einen einfachen nativen Update-Befehl. Die Dokumentation empfiehlt, vorher die Release Notes zu lesen, besonders bei größeren Versionssprüngen.
AdGuard Home hat für unterstützte native Installationen einen Update-Mechanismus in der Oberfläche. Bei Docker-Deployments ersetzen Sie das Container-Image und behalten die Daten- und Konfigurationsverzeichnisse.
Proxmox kann den kompletten LXC-Container oder die virtuelle Maschine sichern, was eine schnelle Rückkehr erlaubt, falls ein Update die Installation beschädigt. Exportieren oder kopieren Sie die Anwendungskonfiguration trotzdem zusätzlich. Das vollständige Proxmox-Backup hilft beim Disaster Recovery, die Konfigurationskopie auf Anwendungsebene lässt sich leichter prüfen oder auf einen neuen Server übertragen.
DNS ist ein kritischer Dienst. Fällt der Filterserver aus, erreichen Clients unter Umständen keine Websites mehr, obwohl die Internetverbindung selbst funktioniert.
Für einen zuverlässigen Betrieb sollten zwei DNS-Filterinstanzen auf getrennten Proxmox-Nodes oder physischen Systemen laufen, deren Adressen die Clients beide per DHCP erhalten. Wenn Sie sich gegen einen Hostausfall absichern wollen, gehören die beiden Instanzen nicht auf denselben Proxmox-Host.
Welches bietet besseren Datenschutz?
Beide arbeiten lokal und lassen den Administrator den Upstream-DNS-Dienst wählen.
Pi-hole hat ausdrückliche Datenschutzstufen für seine Statistiken. Administratoren können detaillierte Abfragedaten behalten, Domains oder Clients verbergen oder die langfristige Abfrageanalyse weitgehend abschalten.
AdGuard Home protokolliert Abfragen mit konfigurierbarer Aufbewahrung. Es unterstützt außerdem verschlüsseltes Upstream-DNS ohne zusätzliche Software. Das kann verhindern, dass der Internetanbieter den gewöhnlichen unverschlüsselten DNS-Verkehr zwischen Server und Upstream-Resolver mitliest.
Unsichtbar wird die DNS-Aktivität durch Verschlüsselung trotzdem nicht. Der gewählte Upstream-Anbieter bekommt die Anfragen weiterhin, und aus anderem Traffic lassen sich Ziele unter Umständen ableiten.
Am datenschutzfreundlichsten ist vermutlich eine Kombination aus lokaler rekursiver Auflösung, minimaler Protokollierung und sorgfältig kontrolliertem Zugriff. Dafür bietet sich Pi-hole mit Unbound an. Ist verschlüsselte Weiterleitung das bevorzugte Modell, ist AdGuard Home bequemer.
Welchen DNS-Blocker sollten Sie wählen?
Nehmen Sie Pi-hole, wenn Sie eine ausgereifte Community, viele Troubleshooting-Ressourcen, flexible Blocklisten und eine unkomplizierte DNS-Filterplattform möchten. Es passt besonders, wenn ein anderer Dienst die DNS-Verschlüsselung übernimmt oder Sie Unbound für rekursives DNS nutzen wollen.
Nehmen Sie AdGuard Home, wenn Sie verschlüsseltes DNS, Kindersicherung, erzwungenes Safe Search und detaillierte clientspezifische Einstellungen in einer Anwendung haben möchten. Durch die eigenständige Architektur sind auch Installation und Migration einfach.
Für die meisten Proxmox-Einsteiger bleibt Pi-hole die vertraute, gut dokumentierte Option. Wer mehr DNS-Datenschutz will, ohne mehrere Tools zusammenzustecken, fährt mit AdGuard Home meist besser.
Da beide wenig Hardware brauchen, ist der nützlichste Test, jedes in einem temporären LXC-Container aufzusetzen. Vergleichen Sie Dashboards, Client-Identifikation, Blockierverhalten und Upstream-DNS-Konfiguration, bevor Sie entscheiden, welches dauerhaft in Ihr Netzwerk kommt.